Reto M.: Zecken- und Medienangst

Juli 4, 2008 um 13: 51 | Veröffentlicht in Besserwisser, Medien-Geplapper, Plapper-Tipps, Uiuiui. | 5 Kommentare

Der SP-Politiker Reto M. ist, wie wohl weithin bekannt, im Moment im Zeichen des WK unterwegs. Dabei hat er gestern von seinen Zeckenerlebnissen berichtet:

„Der 10km Marsch wurde zum Glück nur mit leichter Packung absolviert. Noch so war er für viele sehr anstrengend. In der Badi dann das grosse Zeckensuchen. Rund 1/5 bis 1/4 der AdA’s wiesen einen Befall aus. Die Art und Weise, wie dieser durch die Abteilung heruntergespielt und das Zelten in einem (wie von vielen Seiten gesagt wurde) Hochrisikogebiet, was Borreliose und Meningitis anbelange, als soldatische Grundausbildung verteidigt wurde, obwohl es nichts mit dem Kernauftrag der Kompanien zu tun hat, hat einige heute nach Abschluss des Marsches sehr erzürnt. Sicherlich spielte auch der Schlafmangel eine Rolle und doch verlässt man sich nun (auch ich) auf das Prinzip Hoffnung, dass diese kleinen Biester niemandem einen Virus angehängt haben.“

Nach diesem halb privaten / halb verärgerten Eintrag kamen die ersten, von Reto M. unerwarteten Aktionen von Seiten der Medien, aber zuerst direkt vom VBS.

Ob nun diese Mitteilungen Reaktionen auf Retos Beitrag waren oder ob sie unabhängig von ihm entstanden sind, bleibt offen. Reto aber hat „Angst, dass der Eindruck entstehen könnte, dass ich es war (der zur Presse lief, Anm. des Plappermauls). Frage mich hingegen auch, warum ich denn diese Angst entwickle, denn ich verstiess gegen keine Regel, (derjenige welche zur Presse ging eventuell auch nicht,) die es zu beachten gilt.“ Und trotzdem bleibt neben der Angst vor übertragbaren Infektionen durch Zecken das ungute Gefühl. „Ich werde nun morgen in aller Frühe wieder in den WK einrücken […] und als erstes mit dem Kadi sprechen, was ich hier mit diesem Blog soll. Mir wurde nämlich auch gesagt, dass aufmerksam und kritisch beobachtet wurde, was ich hier schrieb…Ich werde aber wohl nicht wieder bloggen im Verlaufe der nächsten Zeit. Ich bin keine Pressestelle. Das ist ein Tagebuch des Reto M.. Mehr nicht. Ich dachte auch nicht, dass es plötzlich aus einem WK hinaus, solche Ausmasse annehmen könnte. Andere wohl auch nicht.“

Für Politiker zeigt sich hier ein weiteres Mal, dass sie ihre Eigenwahrnehmung als öffentliche Person nicht zu leicht nehmen sollten (schliesslich war Reto M. auch kurz vorher im BlickaA), dass sie sich ihrer Aussagen und möglichen Konsequenzen gerade beim Bloggen jederzeit bewusst sein müssen und dass in der Politik stets auch vermeintlich „Nebensächliches“ in den Schlagzeilen landen kann. Jedes Wort kann einem im Mund umgedreht werden, jeder Nebensatz zur Staatsaffäre werden und im schnelllebigen Internet bleibt einem Politiker da oft eben nur noch das eine Gefühl: Angst.

Bereits eine Woche lang heute-Entzug…

Juni 6, 2008 um 12: 31 | Veröffentlicht in Medien-Geplapper | 3 Kommentare

….das kann’s doch nicht sein. Zugfahrten sind nicht mehr lustig. Ich beobachte die Leute, die den Blick am Abend in der Hand halten und stelle fest, dass es nur halb so viele sind als zu Zeiten des heute. Um das heute wurden Fights in allen Zügen ausgetragen, man hat die, welche eines ergattert hatten, so lange böse angestarrt, bis sie es endlich fertig gelesen hatten, die heute-Verteilerinnen wurden mit Kusshand begrüsst (an vielen Standorten hat es nun gar keine Verteilerinnen mehr), um 22.00 Uhr abends wollten alle zuerst im Zug sein, um die letzten rumliegenden Exemplare zu ergattern – kurzum, es war toll!

Mein Freund Gefährte Begleiter Bekannter und ich haben gestern einen scheuen Blick in den Blick am Abend gewagt und die Mundwinkel verzogen, so weit es ging. Gähn, gähn, gähn, und das sagen auch andere Blogs:

unsinniger Titel: „(…) also kürzt man ab: aus „blick am abend“ wird entweder „baa“ oder „blaa“. beides nicht allzu vorteilhaft. „baa“ war die erstausgabe nicht, aber viel mehr als „blaa blaa“ auch nicht.“

alte Comics: „Könnte mal wer der BaA Redaktion sagen, dass sie endlich mal wieder andere Nichtlustig bringen, als die, welche schon die letzten 2 Wochen im heute rumgegeistert sind ;-) Der Elefanten-Zahnfee-Strip war gestern nun schon das vierte Mal in der Zeitung… neiaberau.“

– alte Geschichten: Das sagt das Plappermaul selber. Die Hälfte der Beiträge hat das heute schon letzte Woche gebracht oder habe ich am Morgen bereits im Tagi gelesen… Der vorverschobene Redaktionsschluss macht die Abgrenzung als Abendzeitung unsinnig.

die Comics sind über das ganze Heft verteilt: Jetzt sind die Comics über mehrere Seiten verteilt, was ich schade finde.“, sagt der im Rest des Beitrages eher unkritische Bernetblog, der aber anscheinend das heute nicht so gut kannte: Erst die Zukunft wird zeigen, ob die Morgenleser weiterhin für ihre News bezahlen mögen. Auf alle Fälle ist mit Blick am Abend diese Marktnische noch besser besetzt als bisher mit «heute».“ Naja…

Nicht mehr so familiär: Die bestehende Leserschaft wollen wir behalten. Unser Wunsch ist es aber, die Zielgruppe auszuweiten und künftig alle zu bedienen, die nach vier Uhr Zeit haben, uns zu lesen. Das Blatt wird etwas hochwertiger und die Ansprache etwas erwachsener. Das zeigt sich auch daran, dass wir unsere Leser künftig per Sie ansprechen.“ sagt der Herr Chefredaktor bei persoenlich.com. Schade, mit heute hat man sich durch das Du direkter angesprochen gefühlt.

Volle Boxen: Spät abends sind die Boxen des Blick am Abend noch lange nicht leer. Die Beobachtung haben wir wohl alle gemacht.

– Auf beinahe jeder Seite sind die Werbungen fast grösser als der redaktionelle Teil: Sagt ebenfalls das Plappermaul.

– Trauriges Plappermaul: Da ich ja weiterhin so gut boykottiere wie nur möglich, kann ich nicht mehr über Schreibfehler lachen… 😦

Nachtrag: Und schon geht es weiter bei medienlese. Ganz nach unten scrollen und noch mehr Meinungen verschiedener Blogs lesen!

Ich gucke noch weiter bei Technorati (die im Moment leider Probleme haben) wer was zu BLA sagt.

Aber ansonsten lasse ich die vor heute-Entzug zitternden Finger davon.

Stadtratswahlen: Weiter im Text…

Mai 29, 2008 um 16: 34 | Veröffentlicht in Medien-Geplapper | Hinterlasse einen Kommentar

Ist zwar keine repräsentative Grösse, die Geschichten haben mich trotzdem etwas schockiert…

© by heute-online vom 29.05.08

heute von gestern…

April 25, 2008 um 18: 59 | Veröffentlicht in Medien-Geplapper, Rotstift | Hinterlasse einen Kommentar

…härzige Fehler hatte es trotzdem

Erst einmal werden Messer gelegt… wohin auch immer…

Und dann fragt man sich ganz einfach: War er nun mit der Dame zusammen oder nicht? Und wer hat den Satz so… hmmm… fragwürdig formuliert: heute oder der Interviewte?

Jetzt weiss ich endlich….

April 25, 2008 um 18: 31 | Veröffentlicht in Medien-Geplapper, Rotstift | Hinterlasse einen Kommentar

….warum ich die ganze Zeit im Zug das heute von heute gelesen habe, während alle anderen ein anderes heute von heute in Händen hielten….

Gut,

April 12, 2008 um 09: 54 | Veröffentlicht in Medien-Geplapper | 3 Kommentare

dass heute vielen Schweizer Blogs (aber wohl nur, wenn sie bei slug angemeldet sind) dazu verhilft, einer breiteren Masse bekannt zu werden.

Lieber ugugu, nun würde uns aber interessieren, ob das deine Leserschar vergrössern konnte…

persoenlich.com: Peter Scholl-Latour

April 10, 2008 um 09: 36 | Veröffentlicht in Medien-Geplapper | Hinterlasse einen Kommentar

Ach, wie gern würde ich jeden Tag derart spannende Interviews lesen…

Im Gespräch mit persoenlich.com erzählt Peter Scholl-Latour von den Manipulationen der Medien, der Undurchsichtigkeit heutiger Informationen und der (Un-)Fähigkeit der Journalisten, objektiv zu berichten.

Mein Lieblingssatz: „Für mich persönlich ist Sarkozy auch ein enormer Unterhaltungsfaktor, eine interessante Mischung zwischen Louis Quatorze und Tintin.“

Es ist wunderbar, wenn jemand versteht, derart viele Informationen, Gedanken, Meinungen und Geschichten in so wenigen Sätzen zu formulieren (das gilt nun gleichermassen für Interviewten und Interviewer).

Iööööööö!

April 9, 2008 um 18: 24 | Veröffentlicht in Medien-Geplapper | Hinterlasse einen Kommentar

Der Blick ist heute ganz schön poetisch…

Na, das passt ja…

Oktober 16, 2007 um 22: 59 | Veröffentlicht in Medien-Geplapper | Hinterlasse einen Kommentar

…gut zu meiner ehemaligen Aussage. Ausserdem kann man es wieder in den Kontext mit der Bemerkung von Rahel setzen, wie die Äusserlichkeiten in der Politik mitentscheiden…

TA vom 16.10.07

TA vom 16.10.07_3

Und hier die dazu gehörenden Bilder:

TA vom 16.10.07_4

Ich finde jeweils besonders die Plakate mit den Gruppenbildern fragwürdig, bei denen man genau erkennen kann, dass es sich um eine zusammengesetzte Gruppenaufnahme handelt – anhand der verschiedenen Bildschärfen, Grössen und Perspektiven…

(Aber eigentlich hatten wir diese Themen schon bei den Wahlen von vor vier Jahren, nicht?)

Halbnackte Nationalratskandidaten

Oktober 8, 2007 um 12: 15 | Veröffentlicht in Medien-Geplapper, Nähkästchen | 4 Kommentare

Die Migros präsentiert endlich ihre lange angekündigte Nationalratsunterwäsche-Kampagne. Persönlich.com berichtet über die feschen Unterwäschemodels.

Migros: „Wir glauben aber nicht, dass Politiker gewählt werden, weil sie in Unterwäsche abgebildet sind – sie müssen mit ihrem politischen Programm überzeugen.“ Na, heutzutage wäre ich mir da nicht mehr so sicher…

Was Herr Ries von der CVP Luzern davon hält, wissen wir bereits seit August. Und hier der Link für die, die sich nicht durch die Texte quälen wollen: Migros-Models

Ich find’s lustig, wieder ein paar Namen mehr, die ich mir so besser merken kann. 😉 Über die immer stärkere Fokussierung auf das Äussere und der damit verbundenen Frage nach mehr Schein als Sein nun auch in der Politik lässt sich natürlich streiten.

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