Bereits eine Woche lang heute-Entzug…

Juni 6, 2008 um 12: 31 | Veröffentlicht in Medien-Geplapper | 3 Kommentare

….das kann’s doch nicht sein. Zugfahrten sind nicht mehr lustig. Ich beobachte die Leute, die den Blick am Abend in der Hand halten und stelle fest, dass es nur halb so viele sind als zu Zeiten des heute. Um das heute wurden Fights in allen Zügen ausgetragen, man hat die, welche eines ergattert hatten, so lange böse angestarrt, bis sie es endlich fertig gelesen hatten, die heute-Verteilerinnen wurden mit Kusshand begrüsst (an vielen Standorten hat es nun gar keine Verteilerinnen mehr), um 22.00 Uhr abends wollten alle zuerst im Zug sein, um die letzten rumliegenden Exemplare zu ergattern – kurzum, es war toll!

Mein Freund Gefährte Begleiter Bekannter und ich haben gestern einen scheuen Blick in den Blick am Abend gewagt und die Mundwinkel verzogen, so weit es ging. Gähn, gähn, gähn, und das sagen auch andere Blogs:

unsinniger Titel: „(…) also kürzt man ab: aus „blick am abend“ wird entweder „baa“ oder „blaa“. beides nicht allzu vorteilhaft. „baa“ war die erstausgabe nicht, aber viel mehr als „blaa blaa“ auch nicht.“

alte Comics: „Könnte mal wer der BaA Redaktion sagen, dass sie endlich mal wieder andere Nichtlustig bringen, als die, welche schon die letzten 2 Wochen im heute rumgegeistert sind ;-) Der Elefanten-Zahnfee-Strip war gestern nun schon das vierte Mal in der Zeitung… neiaberau.“

– alte Geschichten: Das sagt das Plappermaul selber. Die Hälfte der Beiträge hat das heute schon letzte Woche gebracht oder habe ich am Morgen bereits im Tagi gelesen… Der vorverschobene Redaktionsschluss macht die Abgrenzung als Abendzeitung unsinnig.

die Comics sind über das ganze Heft verteilt: Jetzt sind die Comics über mehrere Seiten verteilt, was ich schade finde.“, sagt der im Rest des Beitrages eher unkritische Bernetblog, der aber anscheinend das heute nicht so gut kannte: Erst die Zukunft wird zeigen, ob die Morgenleser weiterhin für ihre News bezahlen mögen. Auf alle Fälle ist mit Blick am Abend diese Marktnische noch besser besetzt als bisher mit «heute».“ Naja…

Nicht mehr so familiär: Die bestehende Leserschaft wollen wir behalten. Unser Wunsch ist es aber, die Zielgruppe auszuweiten und künftig alle zu bedienen, die nach vier Uhr Zeit haben, uns zu lesen. Das Blatt wird etwas hochwertiger und die Ansprache etwas erwachsener. Das zeigt sich auch daran, dass wir unsere Leser künftig per Sie ansprechen.“ sagt der Herr Chefredaktor bei persoenlich.com. Schade, mit heute hat man sich durch das Du direkter angesprochen gefühlt.

Volle Boxen: Spät abends sind die Boxen des Blick am Abend noch lange nicht leer. Die Beobachtung haben wir wohl alle gemacht.

– Auf beinahe jeder Seite sind die Werbungen fast grösser als der redaktionelle Teil: Sagt ebenfalls das Plappermaul.

– Trauriges Plappermaul: Da ich ja weiterhin so gut boykottiere wie nur möglich, kann ich nicht mehr über Schreibfehler lachen… 😦

Nachtrag: Und schon geht es weiter bei medienlese. Ganz nach unten scrollen und noch mehr Meinungen verschiedener Blogs lesen!

Ich gucke noch weiter bei Technorati (die im Moment leider Probleme haben) wer was zu BLA sagt.

Aber ansonsten lasse ich die vor heute-Entzug zitternden Finger davon.

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3 Kommentare »

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  1. Bin ich auch sehr unglücklich! Vor allem was sie mit der Blogging Rubrik getan haben, einfach massakriert!

  2. Ich erlaube mir eine Bemerkung zum Blick am Abend bzw. dessen Vorläuferin, der Abendpendlerzeitung Heute. Beide Zeitung sind Ausgeburten des Fast-Food-Fun-Generation-Journalismus, Mc Donalds in Zeitschriftenform. In 5 Minuten hat man solche Zeitungen, welche Bildern mehr Platz einräumen als dem Text gelesen. Das ist doch ein Witz.

    Abgesehen davon, wieso soll ich am Abend, wenn ich nachhause pendle eine Abendzeitung lesen wenn ich mit dem Laptop locker 20min-Online lesen kann? Selbst mit dem Handy ist es ja möglich Online-Zeitungen zu lesen, wobei ich das wiederum für gewöhnungsbedürftig halte.

    Das Revival der Abendzeitungen ist meiner Ansicht nach ein Flop.

  3. Nicht Mc Donald’s, sondern Ringier 😉

    Ich würde nichts einen Flop nennen, das derart hohe Auflagen erzielt – wenn auch gratis. Klar stehen diese Zeitungen nicht für intellektuelle Höchstleistungen, sondern dienen den meisten Menschen dazu, nach einem stressigen Tag mithilfe seichter Unterhaltung abzuschalten, einfach herrlich! Und ich war bis zum Ende des heute froh, dass viele Jugendliche wenigstens diese komprimierten Informationen lasen, statt gar keine Zeitung zu lesen.

    Und höchstwahrscheinlich dauert es noch ein Weilchen, bis das Szenario eintritt, dass jeder mit dem Laptop und dem Swisscom-Login im Zug online gehen kann… Dann muss sich aber sowieso die ganze Medienbranche neu aufbauen.


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